AUTOSAR_AP_SWS_ExecutionManagement
FIG-2ff45f67eaef0269
569 × 138 px
2 Release(s)
Figure 7.26: Process Mode with multiple DeterministicSyncMasters
SHA-256 Inhalts-Fingerabdruck:
2ff45f67eaef026981d84eacfff292478ead1fe7a25969074d82455183ce0cfb
✦
KI-generierte Bildanalyse & technische Beschreibung
Modell: gemini-3.8-flash (via agy) · Rezept figure-series@1 · erstellt am 2026-10-08
1. Diagrammtyp & Architektur-Kontext
- Klassifikation: Technisches Architektur- und Prozess-Deployment-Diagramm (Konzeptuelle Blockarchitektur) der AUTOSAR Adaptive Platform (Execution Management – Deterministic Execution).
- Technischer Zweck: Darstellung der Redundanz- und Synchronisationsarchitektur im sogenannten Process Mode für sicherheitskritische, hochverfügbare Systeme (Fail-Operational / ASIL D).
- Funktionale Einordnung: Adressiert die Verteilung deterministischer Steuerlogik über zwei separate Ausführungsdomänen oder Rechenknoten hinweg. Während im Library Mode die Master-Logik als Bibliothek in den Lockstep-Prozess gelinkt wird, operiert im dargestellten Process Mode der
DeterministicSyncMasterals eigenständiger POSIX-Betriebssystemprozess, welcher das Software-Lockstep-Framework kapselt bzw. integriert.
2. Komponenten, Entitäten & Schnittstellen
DeterministicSync Master 1&DeterministicSync Master 2(Rote Konturboxen):- Repräsentieren zwei unabhängige Betriebssystem-Prozesse (OS Processes) auf getrennten Rechenknoten, Partitionen oder Prozessordomänen.
- Agieren als zentrale Koordinationsinstanzen, welche Zyklussteuerung, konsistente Zeittrigger und deterministische Eingangsparameter für angehängte Applikationsprozesse (
DeterministicClient) bereitstellen.
TimeSync Slave 1&TimeSync Slave 2(Blaue Innenboxen):- Lokale Instanzen/Endpunkte des AUTOSAR Time Synchronization Stacks (
ara::tsyncbzw. IEEE 802.1AS / gPTP). - Liefern die synchronisierte globale Zeitbasis an den jeweiligen
DeterministicSyncMaster, um Phasendrift und Laufzeitunterschiede der physikalischen Clocks zu eliminieren.
- Lokale Instanzen/Endpunkte des AUTOSAR Time Synchronization Stacks (
Software Lockstep 1(Orange Box, durchgezogene Linie):- Aktives Software-Lockstep-Modul/Framework innerhalb der Master-1-Domäne zur Erkennung transienter/permanenter Rechenfehler über redundante Ausführung und Datenvergleich (Voter/Comparator).
Software Lockstep 2(Orange Box, gestrichelte Kontur):- Optionale, sekundäre oder asymmetrische Lockstep-Instanz. Die gestrichelte Darstellung indiziert herstellerspezifische Implementierungsfreiheit: Je nach Sicherheitsarchitektur agiert Knoten 2 als vollwertiger redundanter Lockstep-Knoten, passiver Shadow-Knoten oder reiner Vergleicher/Empfänger.
- Roter Doppelpfeil (Inter-Master-Schnittstelle):
- Deterministischer Synchronisationskanal (Synchronization Channel) zwischen beiden Master-Instanzen (z. B. via Ethernet/TSN, PCIe oder deterministischem IPC). Dient dem Austausch von Abstimmungsdaten zur Herbeiführung der finalen Zyklusentscheidung (Final Decision).
3. Dynamisches Verhalten & Sequenzablauf
- Aktivierungsanforderung ([SWS_EM_01325]):
- Redundante Applikationsprozesse (
DeterministicClient) rufenara::exec::DeterministicClient::WaitForActivation()auf und senden eine Synchronisationsanfrage (Sync Request) an ihren jeweils zugeordneten lokalenDeterministicSyncMaster.
- Redundante Applikationsprozesse (
- Zeitbasierte Zustandserfassung:
- Jeder Master liest über seinen
TimeSync Slaveden aktuellen globalen Zeitstempel aus.
- Jeder Master liest über seinen
- Master-Cross-Synchronisation (Inter-Master-Konsens via Synchronisationskanal):
- Master 1 und Master 2 tauschen über den Synchronisationskanal Statusinformationen, Zykluszähler und die vom Software-Lockstep erzeugten Prüfsummen/Vergleichsdaten aus.
- Gemäß M-out-of-N-Policy (MooN) bzw. Mehrheitsentscheid einigen sich beide Instanzen auf einen konsistenten globalen Ausführungszeitpunkt und Zykluscode (Final Decision).
- Zyklusfreigabe ([SWS_EM_01326]):
- Die Master senden zeitgleich eine Synchronisationsantwort (Sync Response) mit dem berechneten Aktivierungszeitstempel (
ActivationTime) an ihre lokalen Clients zurück.
- Die Master senden zeitgleich eine Synchronisationsantwort (Sync Response) mit dem berechneten Aktivierungszeitstempel (
- Divergenz- und Fehlerbehandlung ([RS_EM_00053]):
- Tritt eine Diskrepanz zwischen Master 1 und Master 2 auf (Kommunikationsabbruch auf dem Sync-Kanal, ungleiche Lockstep-Hashes oder verletzte Zyklus-Deadlines), triggert der Software-Lockstep definierte Degradierungsstufen (z. B. Übergang in den Safe-State, Isolation des fehlerhaften Knotens oder Umschaltung auf Primärbetrieb).
4. Normative Relevanz & Entwickler-Hinweise
- Scheduling- und Task-Design: Da beide Master als getrennte POSIX-Prozesse laufen, unterliegen sie dem OS-Scheduler (z. B. Real-Time-Prioritäten via
SCHED_FIFO). Die Latenz des Synchronisationskanals zwischen Master 1 und Master 2 geht direkt in die Worst-Case Execution Time (WCET) desWaitForActivation()-Zyklus ein. - TimeSync-Abhängigkeit: Ein synchroner Lockstep-Betrieb ist nur zulässig, wenn beide
TimeSync Slavesden Status Synchronized melden. Entwickler müssen Timeouts und Clock-Drifts im Synchronisationskanal explizit über das Execution Manifest (ExecutionManifest.arxml) abfangen. - Herstellerspezifische Ausprägung (Vendor Specific): Das Zusammenspiel des Synchronisationskanals mit dem Software Lockstep (insb. die gestrichelte Entität
Software Lockstep 2) ist im AUTOSAR-Standard nicht binär vorgegeben, sondern plattformspezifisch. Der Stack-Integrator muss sicherstellen, dass die IPC-/Netzwerktreiber des Synchronisationskanals deterministisch und jitterarm parametriert sind. - Applikationstransparenz: Für Entwickler von Funktionssoftware (
DeterministicClient) bleibt die Cross-Domain-Master-Synchronisation vollständig transparent; der Aufrufvertrag beschränkt sich normativ auf dieara::exec-Standard-APIs.
Zugeordnete Anforderungen
Diese Angaben zeigt der Versions-Explorer.