AUTOSAR_AP_EXP_PlatformDesign
FIG-744532f540235970
932 × 531 px
4 Release(s)
Figure 20.1: Firewall pattern matching algorithm
SHA-256 Inhalts-Fingerabdruck:
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KI-generierte Bildanalyse & technische Beschreibung
Modell: gemini-3.8-flash (via agy) · Rezept figure-description@2 · erstellt am 2026-10-07
1. Diagrammtyp & Architektur-Kontext
- Klassifikation: Konzeptionelles Logik- und Flussdiagramm (Algorithmus-Schema zur Regelauswertung).
- Architektur-Kontext: AUTOSAR Adaptive Platform (AP), Functional Cluster Firewall (FC) innerhalb der Systemarchitektur (Security-Subsystem in Co-Existenz mit IAM und IdsM).
- Technischer Zweck: Spezifikation des sequenziellen First-Match-Verfahrens zur Inspektion und Filterung von Netzwerkpaketen (
Network packet) auf Ethernet-, IP-, Transport- und Service-Ebene (z. B. SOME/IP) anhand einer geordneten Regeltabelle mit Fallback auf eine Default-Aktion.
2. Komponenten, Entitäten & Schnittstellen
- Dargestellte Entitäten & Datenstrukturen:
Network packet: Das zur Laufzeit am Ingress oder Egress eintreffende Datenpaket (L2/L3/L4/L7-Header und Payload).Network packet pattern (#1, #2, #3, ...): Geordnete Liste von Filterkriterien (FirewallRule), modelliert im AUTOSAR-Metamodell (Machine Manifest). Enthält Felddefinitionen wie Source-/Destination-MAC/IP, VLAN-ID, Transportprotokoll (TCP/UDP), Portnummern oder Higher-Layer-Protokoll-IDs (z. B. SOME/IP Service-ID, Method-ID, Client-ID).Firewall action: Assoziierte Operation bei positivem Musterabgleich (Pattern match). Typische Aktionen laut AP-Spezifikation:ALLOW/FORWARD: Weiterleiten des Pakets.DROP/BLOCK: Stummes Verwerfen.REJECT: Verwerfen mit Fehlerantwort (z. B. ICMP Unreachable / TCP RST).RATE_LIMIT: Begrenzung via Token-/Leaky-Bucket-Algorithmus.SECURITY_EVENT: Auslösen eines Sicherheitsereignisses an den IdsM (Intrusion Detection System Manager).
Default Firewall action: Konfigurierbare Rückfall-Aktion bei vollständigem Ausbleiben eines Treffers (Pattern no-match).
- Beziehungen & Kardinalitäten:
- Eingehendes Paket zu Regelsatz: 1 : N (Prüfung gegen N konfigurierte Patterns).
- Pattern zu Firewall Action: 1 : 1 (Jedes Pattern referenziert exakt eine deterministische Primäraktion, ggf. kombiniert mit IDS-Reporting).
- Regeltreffer zu Ausführung: 0..1 : 1 (Sobald ein Treffer auftritt, terminiert die Kette; trifft kein Pattern zu, greift genau die Default-Aktion).
3. Dynamisches Verhalten & Sequenzablauf
- Trigger: Eintreffen eines Frames/Pakets an der Firewall-Schnittstelle (Kernel-Netzwerkstack, Socket-Schicht, eBPF/XDP-Hook oder Hardware-Switch-Pipeline).
- Parsing & Extraktion: Relevante Header- und Metadaten des
Network packetwerden extrahiert. - Sequenzielle Pattern-Evaluation (First-Match-Prinzip):
- Das Paket wird beginnend bei Regel #1 sukzessive gegen die Pattern verglichen.
- Zweig
Pattern match(grüner Vektorpfeil): Stimmen alle Attribute des Patterns überein, wird die zugehörigeFirewall actionunmittelbar ausgelöst. Die Regelauswertung bricht für dieses Paket instantan ab (Short-Circuit-Evaluation). - Zweig Nicht-Übereinstimmung: Evaluation wechselt zur nächsthöheren Regelnummer (#2, #3, ...).
- Zweig
Pattern no-match(roter Vektorpfeil):- Schlagen alle N Pattern-Vergleiche fehl, wird zwingend die
Default Firewall actionausgeführt.
- Schlagen alle N Pattern-Vergleiche fehl, wird zwingend die
- Synchronizität & Nebenläufigkeit:
- Paketbehandlung (Datapath): Streng synchron im Datapath (
ALLOW/DROP), um Framing und Latenzen einzuhalten. - IDS-Meldungen: Asynchrones Absetzen von Security-Events via IdsM-Ports, um Denial-of-Service-Zustände im Filterkern bei hohem Paketaufkommen zu verhindern.
- Paketbehandlung (Datapath): Streng synchron im Datapath (
4. Normative Relevanz & Entwickler-Hinweise
- Konfiguration via ARXML: Regeln, Pattern-Tupel und Default-Aktionen werden über das
MachineManifestbzw. die Systembeschreibung konfiguriert und zur Deploy-Zeit in die Zielplattform (z. B. Linuxnftables,tc, POSIX-Firewall-Dämon oder Switch-TCAM) generiert. - Regel-Reihenfolge & Shadowing: Da es sich um ein striktes Top-to-Bottom-Matching handelt, führen allgemein gehaltene Patterns in niedrigen Index-Positionen (#1, #2) zum Maskieren (Shadowing) spezifischerer, nachgelagerter Regeln (#3). Integratoren müssen Regelsätze formell auf Widerspruchsfreiheit und Priorisierung prüfen.
- Laufzeit-Performance im Embedded-Stack: Bei softwarebasiertem Matching skaliert die Latenz im Worst Case linear mit $\mathcal{O}(N)$ bis zur Default-Aktion. Zeitkritische, hochfrequente Kommunikationspfade (z. B. zyklische Ethernet-Sensorströme) müssen auf die obersten Regel-Indizes gemappt oder durch optimierte Datenstrukturen (z. B. Decision Trees, Hash-Tabellen oder Hardware-Offloading) verarbeitet werden.
- Security-Policy (Default Deny): Im Automobilumfeld erfordert UN R155 / ISO/SAE 21434 in der Regel
DROPalsDefault Firewall action(Zero-Trust-Prinzip). - Zustandsabhängigkeit (Firewall States): Adaptive Platform Firewalls unterstützen dynamische Zustände (z. B. Driving, Charging, Diagnostic/Flashing). Entwickler müssen beachten, dass ein State-Wechsel die aktive Regeltabelle austauscht oder adaptiert, wodurch sich Auswertungsreihenfolge und Default-Verhalten kontextabhängig ändern.
Die im System-Katalog verzeichneten Metadaten aus AUTOSAR_EXP_PlatformDesign (Kapitel 20 Firewall, S. 90/91) bestätigen die vorliegende Analyse vollinhaltlich:
- Spezifikatorische Verankerung: Figure 20.1 (Firewall pattern matching algorithm) definiert die operative Auswertungslogik für das in Figure 20.2 gezeigte Gesamtsystem des Functional Clusters FC Firewall.
- Zusammenspiel mit Nachbarkomponenten:
- Die Parametrierung der Patterns (#1 bis #n) und Aktionen speist sich originär aus dem Machine Manifest zur Konfiguration der plattformspezifischen Firewall Engine.
- Die Verzweigung bei
Pattern matchumfasst neben Paketfilterung (ALLOW/DROP) explizit das Triggern von Security Events (Raise SEvs) an den IdsM (Intrusion Detection System Manager). - Kontextuelle Anpassungen erfolgen dynamisch über den Firewall State (angesteuert u. a. durch OEM-Applikationen / State Management).
Zur Ergänzung der normativen Implementierungsbasis (AUTOSAR Adaptive Platform SWS Firewall):
- Zustandsumschaltung & API-Schnittstelle: Die zustandsabhängige Aktivierung der Regelsätze erfolgt über das C++-Interface
ara::fw::FirewallStateSwitchInterfacemittels:ara::core::Future<void> SwitchFirewallState(EnumT firewallState) noexcept; // [AP_SWS_Fw_82008] - Fehlerbehandlung: Mögliche Fehlerzustände bei der Aktivierung zustandsabhängiger Regelsätze werden normativ über
ara::fw::FwErrctypisiert ([AP_SWS_Fw_83001]):FwErrc::kServiceNotAvailableFwErrc::kInvalidStateDependentFirewall
- Zustandsraum: Die Definition der Firewall-Zustände (
FirewallState) ist spezifiziert unter [AP_SWS_Fw_81001].
Die Katalogisierung der Figur ist konsistent über alle Ziel-Releases verifiziert:
- Figure ID:
FIG-744532f540235970 - Vorkommen & Paginierung:
- R22-11:
AUTOSAR_EXP_PlatformDesign.pdf, Seite 90 - R23-11:
AUTOSAR_AP_EXP_PlatformDesign.pdf, Seite 91 - R24-11:
AUTOSAR_AP_EXP_PlatformDesign.pdf, Seite 93 - R25-11:
AUTOSAR_AP_EXP_PlatformDesign.pdf, Seite 96
- R22-11:
- Status: Invariante Kernspezifikation ohne Release-Delta (
is_delta: false).