AUTOSAR_AP_EXP_IPsecImplementationGuidelines
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Figure 2.1: Authentication Header (AH) frame
SHA-256 Inhalts-Fingerabdruck:
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KI-generierte Bildanalyse & technische Beschreibung
Modell: gemini-3.8-flash (via agy) · Rezept figure-description@2 · erstellt am 2026-10-07
1. Diagrammtyp & Architektur-Kontext
- Diagrammtyp: Netzwerk-Protokoll- / Frame-Format-Layout (PDU-/Paket-Struktur-Diagramm) gemäß RFC 4302 (IPsec Authentication Header).
- Funktionale Einordnung: AUTOSAR Adaptive Platform (AP) und Classic Platform (CP) IPsec-Netzwerk-Sicherheitsebene (dokumentiert in
AUTOSAR_AP_EXP_IPsecImplementationGuidelines). - Technischer Zweck: Spezifikation der Integritäts- und Authentifizierungsabdeckung auf Vermittlungsschichtebene (OSI-Layer 3) für die beiden standardisierten IPsec-Modi:
- Transport Mode: Absicherung der Host-to-Host-Endpunktkommunikation bei Erhalt der ursprünglichen IP-Adressierung.
- Tunnel Mode: Kapselung kompletter IP-Pakete zur Gateway-to-Gateway- oder Host-to-Gateway-Absicherung (Security Gateway / VLAN-Übergänge).
2. Komponenten, Entitäten & Schnittstellen
- Dargestellte Protokollelemente & PDU-Segmente:
IP header(Blau, äußerer Header): Standard-IPv4- oder IPv6-Header; führt im Feld Next Header (IPv6) bzw. Protocol (IPv4) den Protokollwert51(AH).Authentication Header(Gelb/Orange): RFC 4302 Datenstruktur bestehend aus:- Next Header (8 Bit)
- Payload Len (8 Bit)
- Reserved (16 Bit)
- Security Parameters Index (SPI) (32 Bit)
- Sequence Number (32 Bit, Replay-Schutz)
- Integrity Check Value (ICV) (variables MAC-Feld, typisch 96 oder 128 Bit via HMAC-SHA256/AES-GMAC).
IP header(Grün, nur Tunnel Mode): Gekapselter Original-IP-Header des inneren Zielnetzwerks / Ziel-Steuergeräts.IP payload(Grün): Transport-Layer-PDU (TCP-Segment, UDP-Datagramm z. B. SOME/IP, DoIP oder ICMP-Nachricht).
- Strukturelle Beziehungen & Integritätsbereich (
Signed by Authentication Header):- Transport Mode: Der AH wird zwischen dem bestehenden IP-Header und die IP-Payload geschoben. Der Signaturbereich umfasst den modifizierten IP-Header (unter Ausschluss mutierbarer Felder), den AH selbst (mit genulltem ICV bei der Berechnung) sowie die vollständige IP-Payload.
- Tunnel Mode: Das gesamte originale IP-Paket (
IP packet, bestehend aus innerem IP-Header und IP-Payload) wird unverändert als Nutzlast hinter den AH gelegt. Der Signaturbereich erstreckt sich über den äußeren IP-Header (ohne mutierbare Felder), den AH und das vollständige innere IP-Paket. - Kryptografische Eigenschaft: Authentizität und Datenintegrität ohne Vertraulichkeit (Payload liegt im Klartext vor; Abgrenzung zu ESP / RFC 4303).
3. Dynamisches Verhalten & Sequenzablauf
- TX-Pfad (Paketversand / Egress):
- SPD-Lookup (Security Policy Database): Treffer der Traffic-Selektoren (IP-Adressen, Ports, Protokoll) erfordert IPsec-AH.
- SAD-Lookup (Security Association Database): Zuordnung von Schlüsselmaterial, Hash-/MAC-Algorithmus, aktuellem SPI und monoton steigender Sequenznummer.
- Header-Generierung:
- Transport Mode: Einfügen des AH-Headers vor die L4-Payload; IP-Header-Protokoll auf
51setzen. - Tunnel Mode: Kapselung des Originalpakets in ein neues IP-Paket mit äußerem IP-Header und AH.
- Transport Mode: Einfügen des AH-Headers vor die L4-Payload; IP-Header-Protokoll auf
- Zeroing mutierbarer IP-Felder: Vor der MAC-Generierung werden mutable IPv4-Felder (ToS/DSCP/ECN, Flags, Fragment Offset, TTL, Header Checksum) bzw. mutable IPv6-Felder (Traffic Class, Flow Label, Hop Limit) im zu signierenden Bereich temporär genullt.
- ICV-Kalkulation: Berechnung des MAC über den gesamten rot markierten Bereich und Schreiben des Werts in das ICV-Feld des AH.
- Übergabe an L2: Weiterleitung der PDU an den Ethernet-Controller/Treiber (
EthIf/ Linux-Netzwerk-Subsystem via XFRM).
- RX-Pfad (Paketempfang / Ingress):
- Parser-Trigger: Erkennung von IP-Protokoll
51. - SPI- & Replay-Validierung: Auffinden der SA anhand von SPI und Ziel-IP; Prüfung der Sequenznummer gegen das Sliding Replay Window.
- Verifikation: Re-Kalkulation des ICV über den definierten Signaturbereich (unter identischer Nullung mutierbarer Header-Felder).
- Abbruch-/Fehlerpfad: Mismatch führt zum sofortigen Verwerfen des Frames (Security Drop), Inkrementieren von Fehlerzählern und Meldung an Sicherheitsüberwachungsinstanzen (z. B. IdsM / Security Event Reporting via Det/Dem).
- Forwarding: Bei Erfolg Strippen des AH (und bei Tunnel Mode Entkapseln des inneren IP-Pakets) und Übergabe an den Socket/L4-Stack.
- Parser-Trigger: Erkennung von IP-Protokoll
4. Normative Relevanz & Entwickler-Hinweise
- Inkompatibilität mit Network Address Translation (NAT / NAPT): Da der äußere IP-Header Teil des Signaturbereichs ist, bricht jede Adress- oder Port-Translation durch zwischengeschaltete Router/Switches (z. B. Gateway-ECUs) den ICV. AH unterstützt prinzipbedingt kein NAT-Traversal (NAT-T via UDP-Kapselung). Für Strecken mit Adress-Translation muss zwingend ESP (mit Null-Verschlüsselung) projektiert werden.
- MTU- und Fragmentierungs-Management:
- Der AH vergrößert den IP-Frame um 24 bis 32+ Bytes (abhängig von IPv4/IPv6 und ICV-Länge); Tunnel Mode fügt zusätzlich 20 Bytes (IPv4) bzw. 40 Bytes (IPv6) hinzu.
- Dies erzwingt MSS-Clamping (TCP Maximum Segment Size) und Path-MTU-Discovery für Applikationsprotokolle (SOME/IP, DoIP), um Laufzeit-Fragmentierung auf dem Automotive-Ethernet-Bus zwingend zu verhindern.
- Hardware-Beschleunigung & CPU-Last:
- Da die Integritätsprüfung das gesamte Paket abdeckt, entsteht bei hohem Durchsatz signifikante CPU-Last.
- Integration von Crypto-Hardwaretreibern (Crypto Stack / HSM / vHSS / krypto-beschleunigte NICs) über synchrone/asynchrone CSM- bzw. XFRM-Offload-Schnittstellen ist zwingend einzuplanen.
- Konfigurationsaspekte:
- Wahl zwischen Transport- und Tunnel-Modus muss konsistent in den AUTOSAR-ARXML-Modellen (
IPsecRule,SecurityAssociation) zwischen Kommunikationspartnern parametriert werden.
- Wahl zwischen Transport- und Tunnel-Modus muss konsistent in den AUTOSAR-ARXML-Modellen (
Zugeordnete Anforderungen
Diese Angaben zeigt der Versions-Explorer.