Bündelt Zeitstempel und Referenzzeitdaten eines pDelay-Responders für die Zeitvalidierung.
Kontext
Die Datenstruktur ara::tsync::PdelayResponderMeasurementType ist im Header ara/tsync/time_validation_measurement_types.h definiert und bündelt präzise Zeitmessdaten für den pDelay-Responder innerhalb des Funktionsclusters der Zeitsynchronisation (tsync). Im Peer-to-Peer-Laufzeitmessverfahren beantwortet der Responder Laufzeitanfragen benachbarter Netzwerkknoten. Um die zeitliche Übertragungsverzögerung sowie die Genauigkeit der Synchronisation auf Verbindungsebene nachvollziehen und validieren zu können, erfasst die Struktur die maßgeblichen Zeitmarken eines Messzyklus. Die eindeutige Zuordnung zur auslösenden Anforderungsnachricht wird über das Feld sequenceId [SWS_TS_14174] sichergestellt. Interpretation: Die gesammelten Messdaten dürften primär für Analyse- und Validierungsmechanismen (Time Validation) bereitgestellt werden, um Abweichungen und Übertragungsverzögerungen im Netzwerk zu überwachen. Frage Q-8e58febf465a0259 (offen)
Die erfassten Zeitmarken umfassen den genauen Eingangszeitpunkt der Anforderungsnachricht requestReceiptTimestamp [SWS_TS_14170] sowie den Sendezeitpunkt der zugehörigen Antwort responseOriginTimestamp [SWS_TS_14171]. Beide Werte werden als Zeitstempel in virtueller lokaler Zeit (Virtual Local Time) abgebildet. Zur einheitlichen Einordnung in das plattformweite Zeitmodell enthält die Struktur zusätzlich ein Referenzzeit-Tupel: Dieses besteht aus dem lokalen Zeitwert referenceLocalTimestamp [SWS_TS_14172] und dem korrespondierenden globalen Zeitwert referenceGlobalTimestamp [SWS_TS_14173]. Hierdurch können verarbeitende Instanzen die in lokaler virtueller Zeit gemessenen Ereignisse exakt in die globale Zeitskala umrechnen.
Lebenszyklus
Als finale Strukturdeklaration (struct ... final) fungiert PdelayResponderMeasurementType als reines Wertobjekt (Plain Old Data) ohne interne Zustandsmaschine oder dynamische Speicherverwaltung. Die Erzeugung einer Instanz erfolgt typischerweise unmittelbar nach dem Abschluss einer pDelay-Transaktion. Interpretation: Die Befüllung der Struktur dürfte synchron im Protokoll-Stack des Responders stattfinden, sobald nach dem Versenden der Nachricht Pdelay_Resp sämtliche Hardware- und Schnittstellen-Zeitstempel vorliegen. Frage Q-202e7724b43ceac9 (offen)
Hinsichtlich der Besitzverhältnisse wird das Objekt per Wert oder über unveränderliche Referenzen an nachgelagerte Diagnose- oder Zeitvalidierungsroutinen übergeben. Da die Struktur keine exklusiven Ressourcen oder Zeiger verwaltet, ist der Zerstörungsvorgang trivial und an den Gültigkeitsbereich des aufrufenden Kontextes gebunden. Im Hinblick auf die Nebenläufigkeit ist ein vollständig initialisiertes Exemplar threadsicher für parallele Lesezugriffe; schreibende Modifikationen erfordern eine externe Synchronisation, falls die Instanz threadübergreifend wiederverwendet wird.
Nutzungspfad
Der typische Ablauf zur Erfassung und Bereitstellung der Responder-Messdaten gliedert sich in folgende Schritte:
- Empfang der Anforderung: Beim Eintreffen eines
Pdelay_Req-Frames erfasst der Responder den Eingangszeitpunkt als requestReceiptTimestamp in virtueller lokaler Zeit [SWS_TS_14170] und registriert die zugehörige Sequenznummer sequenceId [SWS_TS_14174].
- Versand der Antwort: Der Responder übermittelt die Antwortnachricht
Pdelay_Resp. Beim Verlassen der Schnittstelle wird der Sendezeitpunkt als responseOriginTimestamp ebenfalls in virtueller lokaler Zeit festgehalten [SWS_TS_14171].
- Ermittlung des Referenz-Tupels: Um die Messwerte in globale Zeit umzurechnen, werden
referenceLocalTimestamp [SWS_TS_14172] und referenceGlobalTimestamp [SWS_TS_14173] aus dem aktuellen Zustand der lokalen Instanz der globalen Zeit ermittelt.
- Übergabe der Messdaten: Die vollständig befüllte Instanz von
PdelayResponderMeasurementType wird an das Validierungssystem übergeben, welches die Zeitdifferenzen und Synchronisationsgenauigkeiten prüft.
Sequenzdiagramm: Ablauf der Zeitstempelerfassung und Messdatenbereitstellung am pDelay-Responder. Quellen: [SWS_TS_14170], [SWS_TS_14171], [SWS_TS_14172], [SWS_TS_14173], [SWS_TS_14174].
Dieser Klassen-Leitfaden basiert auf der Spezifikation AUTOSAR Adaptive R25-11 für das Modul tsync und beschreibt die Struktur der Messdatenerfassung.
gemini-3.8-flash-medium· 2026-10-13