Figure 3: TcpIp Scalability Classes
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1. Diagrammtyp & Architektur-Kontext
Das Diagramm ist eine tabellarische Funktions- und Konfigurationsmatrix (Feature-Matrix) der Spezifikation des BSW-Moduls TcpIp innerhalb der AUTOSAR-Schichtenarchitektur (Communication Services). Es definiert die Zuordnung von Netzwerk- und Transportprotokollen zu drei normierten Skalierungsklassen (Scalability Classes SC1 bis SC3), um den Funktionsumfang und Ressourcenbedarf des TCP/IP-Stacks an projektspezifische Anforderungen anzupassen.
2. Komponenten, Entitäten & Schnittstellen
Die Matrix gliedert sich horizontal in elf Protokoll-Features und vertikal in drei Skalierungsklassen:
- Scalability Class 1 (SC1 - IPv4 Stack): Umfasst die Features IPv4, ARP, ICMPv4, DHCPv4, Auto-IP (IPv4 Link-Local), UDP und TCP.
- Scalability Class 2 (SC2 - IPv6 Stack): Umfasst die Features UDP, TCP, IPv6, NDP, ICMPv6 und DHCPv6.
- Scalability Class 3 (SC3 - Dual Stack): Umfasst die vollständige Schnittmenge aus SC1 und SC2: IPv4, ARP, ICMPv4, DHCPv4, Auto-IP, UDP, TCP, IPv6, NDP, ICMPv6 und DHCPv6.
Die Features repräsentieren die Kernsubmodule des TcpIp-Moduls sowie deren standardisierte Protokollschnittstellen nach oben (zu SoAd) und nach unten (zu EthIf).
3. Dynamisches Verhalten & Sequenzablauf
Das Diagramm bildet keinen zeitlichen Kontroll- oder Datenfluss ab, sondern eine statische Konfigurationsmatrix. Zur Laufzeit bestimmt die gewählte Skalierungsklasse die verfügbare Protokollverarbeitung: In SC1 werden ausschließlich IPv4-Adressierungs- und Auflösungsmechanismen (ARP, DHCPv4, Auto-IP) ausgeführt; in SC2 ausschließlich IPv6-Mechanismen (Neighbor Discovery Protocol, DHCPv6, Router Solicitation/Advertisement via ICMPv6); in SC3 laufen beide Protokollfamilien parallel und bedienen über gemeinsame Transportprotokollinstanzen (TCP/UDP) simultan IPv4- und IPv6-Sockets.
4. Normative Relevanz & Entwickler-Hinweise
Die Matrix besitzt normative Verbindlichkeit für die Konfiguration und Implementierung des TcpIp-Moduls (TcpIpScalabilityClass). Ein Stack, der für eine bestimmte Skalierungsklasse konfiguriert ist, muss alle mit Häkchen versehenen Protokollbestandteile zwingend bereitstellen. Das Weglassen von Protokollen innerhalb einer gewählten Klasse ist nicht spezifikationskonform; ungenutzte Protokolle anderer Klassen können zur Reduktion des ROM-/RAM-Bedarfs herauskompiliert werden. Entwickler müssen bei Systemauslegung sicherstellen, dass übergeordnete Module wie SoAd und DoIP kompatibel zur gewählten Skalierungsklasse parametriert sind.
Zugeordnete Anforderungen
Diese Angaben zeigt der Versions-Explorer.